
Die Jakobsmuschel als Pilgerzeichen
Jeder wichtige Pilgerort der katholischen Kirche hat sein eigenes Pilgerzeichen. In Rom sind es die gekreuzten Pilgerstäbe, in Jerusalem das Jerusalemkreuz und in Santiago de Compostela die Jakobsmuschel.
Die Jakobsmuschel findet sich im Meer an der Küste Galiciens. Es handelt sich bei der Jakobsmuschel um eine Kammmuschel, das heißt, sie bewegt sich vorwärts durch das Öffnen und Schließen der beiden Schalen.
Die Muschel ist spätestens ab dem 12. Jahrhundert als Erkennungszeichen für die Pilgerinnen und Pilger des Jakobusweges anzusehen. Sie belegt eine bestandene Pilgerfahrt. Später wird sie auf der Pilgerkleidung angebracht und weist so den Pilger auf dem Jakobsweg aus.
Die Silber- und Goldschmiede an der Plaza de las Platerias, hinter der Kathedrale von Santiago, stellten in früheren Zeiten die Muschel in Silber und Gold her. Diese Tradition wurde im Sommer 2003 wieder aufgenommen und so kann man auch diese Muscheln, von den concheros, den Muschelverkäufern, wieder erwerben.
Die Legende erzählt von einem jungen Adeligen, der ungeachtet der Fluten, dem Schiff entgegeritt, auf dem der Leichnam von Jakobus nach Galicien gebracht wurde. Nur mit Müh und Not kann er aus den Fluten gerettet werden. Pferd und Reiter sind danach über und über mit Muscheln bedeckt.
Die Christen sehen in der Muschel ein Symbol für die Zeugund des Gottessohnes in der Jungfrau Maria. Christus, die Perle, entsteht aus der Hochzeit von Himmel und Erde. Die Muschel symbolisiert die Begegnung des Pilgers mit dem Himmlischen (Grenze zwischen endlich und unendlich in Finisterre).
Dass die Muschel auch als Schöpfgefäss dient, ist eher eine nebensächliche Erklärung.